Die TU München unterstützt ihre Wissenschaftler/innen bei der Einhaltung der Prinzipien guter wissenschaftlicher Praxis. Die folgenden FAQs informieren darüber,

  • was unter guter wissenschaftlicher Praxis zu verstehen ist,
  • welche Unterstützung Wissenschaftler/innen an der TUM erhalten, um präventiv im Sinne guter wissenschaftlicher Praxis zu handeln,
  • welche Maßnahmen Wissenschaftler/innen an der TUM ergreifen können, wenn sie von wissenschaftlichem Fehlverhalten erfahren.

Die TU München hat eine Ombudsstelle für gute wissenschaftliche Praxis. Bitte wenden Sie sich mit Rückfragen, Anregungen und Wünschen zu den FAQs und allgemein zum Thema gute wissenschaftliche Praxis an die Ombudspersonen.

Die FAQs basieren auf den "Richtlinien zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis und für den Umgang mit wissenschaftlichem Fehlverhalten" der TU München und der entsprechenden Denkschrift der DFG.



Die Prinzipien guter wissenschaftlicher Praxis verlangen, dass jede/r Wissenschaftler/in "lege artis" (d.h. nach den Regeln der Kunst) arbeitet. Das bedeutet zum Beispiel

  • Resultate zu dokumentieren,
  • alle Ergebnisse kritisch zu hinterfragen,
  • strikte Ehrlichkeit im Hinblick auf Beiträge von Partnern, Konkurrenten und Vorgängern zu wahren,
  • wissenschaftliches Fehlverhalten zu vermeiden und ihm vorzubeugen.

Welche Kategorien wissenschaftlichen Fehlverhaltens gibt es?

Wissenschaftliches Fehlverhalten liegt vor, wenn jemand bewusst oder grob fahrlässig

  • Daten oder Quellen erfindet oder verfälscht oder an Erfindung bzw. Verfälschung beteiligt ist,
  • geistiges Eigentum verletzt (z.B. durch Plagiat oder Ideendiebstahl),
  • Forschungstätigkeiten anderer stört,
  • Dritte fälschlich des wissenschaftlichen Fehlverhaltens beschuldigt,
  • von Fälschungen weiß und keine Gegenmaßnahmen unternimmt,
  • als Autor bei fälschungsbehafteten Publikationen mitwirkt,
  • seine Aufsichtspflicht grob vernachlässigt.

Was soll ich machen, wenn ich wissenschaftliches Fehlverhalten beobachte?

Wenden Sie sich an die Ombudsstelle für gute wissenschaftliche Praxis an der TUM, die Ihre Informationen vertraulich behandelt. Die Ombudsstelle ist dafür zuständig, Beschwerden entgegen zu nehmen, zu prüfen, soweit möglich einvernehmlich zu regeln, ggf. weitere Maßnahmen in die Wege zu leiten oder die Rechtsabteilung der TUM einzubinden.
Für weitere Informationen hierzu besuchen Sie die Seite der Ombudspersonen oder schreiben Sie uns eine Mail.


Wie lange muss ich Primärdaten speichern?

Primärdaten und (sofern möglich) Proben, die Grundlage für Veröffentlichungen sind, müssen für zehn Jahre aufbewahrt werden. Die Aufbewahrung muss in der Einrichtung erfolgen, in der die Daten entstanden sind.


Wo kann ich Primärdaten speichern?

Zur Speicherung von Primärdaten kann der Medienserver der TU München (mediaTUM) genutzt werden. mediaTUM bietet Langzeitarchivierung, flexible Metadatenschemata und ein Rechtemanagement, mit dem Sie Ihre Daten fakultätsintern, campusweit oder im Internet freigeben können. Die Datenhaltung erfolgt auf Servern des Leibniz-Rechenzentrums.


Was muss ich bei der Datenerhebung beachten?

Die Datenerhebung muss nachvollziehbar sein. Konkret umfasst das zum Beispiel

  • das Führen eines Laborbuchs oder eines Projekttagebuchs,
  • die Dokumentation der Datenablage.

Wen darf bzw. muss ich als Autor einer wissenschaftlichen Veröffentlichung nennen?

Als Autor ist zu nennen, wer

  • in einem wesentlichen Umfang zum Inhalt einer Publikation beigetragen hat (Fragestellung, Forschungsplan, Durchführung der Forschungsarbeiten, Auswertung und Deutung der Ergebnisse) und
  • beim Entwurf oder der kritischen inhaltlichen Überarbeitung des Manuskripts beteiligt war.

Technische Mithilfe, finanzielle Unterstützung oder allgemeine Leitung der Abteilung oder Einrichtung, an der die Forschung durchgeführt wurde, begründen keine Autorschaft. Alle Autoren müssen der Publikation zustimmen und tragen Mitverantwortung für die ganze Publikation.


Was sollte ich sonst noch im Hinblick auf wissenschaftliche Veröffentlichungen wissen?

  • Es ist nicht zulässig, Forschungsergebnisse mehrfach zu veröffentlichen oder zu fragmentieren, um die Zahl der Publikationen zu erhöhen.
  • Die Nachprüfbarkeit von Forschungsergebnissen (Dokumentation, Beschreibung der Methoden, Langzeitarchivierung der Primärdaten) muss gesichert sein.
  • Informationen dürfen nicht unterdrückt werden, auch wenn sie die Hypothese des/r Autor/in in Frage stellen.
  • Aus anderen Werken übernommene Inhalte müssen durch Zitat gekennzeichnet sein.
  • Veröffentlichen Sie möglichst in Zeitschriften mit Qualitätssicherung (Peer Review). Um zu entscheiden, welche Zeitschrift für Ihre geplante Publikation geeignet ist, können Sie bibliometrische Indikatoren zurate ziehen. Die Universitätsbibliothek bietet Schulungen und Beratung zu Bibliometrie und Sichtbarkeit von Forschung im Internet an. Hier finden Sie Schulungsprogramm, weitere Informationen sowie die Anmeldung.
  • Die TUM bietet im Sprachenzentrum Unterstützung bei der Abfassung von englisch-sprachigen Publikationen („English Coaching“ und „Interactive Editing“).

Unterstützt die TUM Open Access?

Die TUM hat im Januar 2014 eine Open Access Policy verabschiedet und sich dem Anspruch  auf freie Verfügbarkeit von wissenschaftlicher Literatur im Internet verpflichtet.

  • Alle Wissenschaftler/innen der TUM sollen ihre wissenschaftlichen Publikationen in begutachteten Open-Access-Zeitschriften veröffentlichen.
  • Bereits zuvor in kostenpflichtigen Zeitschriften veröffentlichte Publikationen sollen als Kopie auf dem Medienserver der Technischen Universität München der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt werden, sofern diesem Vorgehen keine rechtlichen Beschränkungen entgegenstehen.
  • Publikationsgebühren, die im Zusammenhang mit Open Access Veröffentlichungen entstehen, können unter bestimmten Bedingungen von der TUM übernommen werden. Das Antragsformular sowie weitere Informationen finden Sie auf den Seiten der Universitätsbibliothek zu Open Access.

Muss ich meine Publikationen in eine Hochschulbibliographie der TUM eintragen?

Alle Publikationen der TUM Wissenschaftler/innen müssen nach Beschluss des Hochschulpräsidiums in der elektronischen Hochschulbibliographie der TUM auf dem Medien-server mediaTUM verzeichnet werden.
Weitere Informationen finden Sie auf den Seiten der Universitätsbibliothek.


An wen kann ich mich wenden, wenn im Zusammenhang mit Publikationen oder Forschungskooperationen patentrechtliche Fragen auftauchen?

Die TUM bietet Ihnen eine Patent- und Erfinderberatung. Wenn Sie beabsichtigen, für eine Idee, ein Projekt im Entwicklungsstadium oder ein fertiges Produkt ein Schutzrecht anzu-melden, können Sie sich beraten lassen. Der Erfinderleitfaden  im Intranet der TUM und die Seiten von TUM ForTe enthalten weitere Informationen. Asprechpartner finden Sie auf der Seite des Patent- und Lizenzbüros der TUM.


Wo kann ich mich beraten lassen, wenn ich Kooperationen mit der Industrie vereinbaren oder Drittmittel beantragen möchte?

TUM ForTe – Office for Research and Innovation – bietet Unterstützung in Fragen der For-schungsförderung und des Technologietransfer. Wenn Sie Forschungs- oder  Wirtschaftskooperationen oder Drittmittelprojekte vorbereiten, können Sie sich hier beraten lassen.


Richtig zitieren und Plagiate vermeiden

Durch Quellenangaben werden die Leistungen anderer Autoren gewürdigt, Vorarbeiten kenntlich gemacht und Fakten belegt. Quellenangaben sind unverzichtbarer Bestandteil einer lückenlosen Beweisführung wissenschaftlicher Argumentation. Sie machen transparent, wo bei einer Veröffentlichung über die Summe der Zitierungen hinaus ein eigener wissenschaftlicher Beitrag liegt.
Zitiert werden muss alles, was aus fremden Quellen wortwörtlich oder inhaltlich übernommen wird. Auch Übernahmen von nicht veröffentlichten Ideen und Vorarbeiten sind dem jeweiligen Urheber zuzuschreiben. Die Verwendung wissenschaftlicher Resultate anderer ohne Quellenangabe ist strafbar.

Eine zusammenfassende Darstellung sowie weiterführende Informationen zum Thema Zitieren finden Sie im Zitierleitfaden der Universitätsbibliothek.


Welche Fragen beantwortet der Zitierleitfaden der Universitätsbibliothek?

  • Was zitiert werden muss
  • Was nicht zitiert werden muss
  • Wie man zitiert (direkt, indirekt)
  • Wie verschiedene Dokumenttypen zitiert werden, u.a. auch Bilder, Normen oder stu-dentische Arbeiten
  • Was Plagiate sind und wie man diese vermeidet
  • Was bei wissenschaftlichen Veröffentlichungen besonders zu beachten ist
  • Wie man mit zurückgezogenen Arbeiten umgeht
  • Wie man die Verwendung eigener Werke mittels einer Creative-Commons-Lizenz steuern kann
  • Wie Literaturverwaltungsprogramme beim Zitieren helfen können
  • Für welche Literaturverwaltungsprogramme an der TU München eine Campuslizenz vorliegt
  • Welche Schulungen, E-Learning-Materialien und Beratungsangebote es zum Thema Zitieren und Literaturverwaltungsprogramme an der TU München gibt
  • Welche Zitierstile zu empfehlen sind: Autor-Jahr-Stil [APA], nummerischer Stil [IEEE-Editorial], Fußnotenstil [Chicago].

Was muss ich bei der Verwendung von Normen beachten?

Die Universitätsbibliothek der TU München ist Auslegestelle der DIN-Normen. Mitarbeiter/innen der TUM haben von ihrem Arbeitsplatz aus vollständigen Zugriff auf die elektronische Version aller DIN-Normen, andere Personen können die Normen in der Universitätsbibliothek einsehen.

  • Nutzungsbedingungen für die Verwendung der Normen in Forschung und Lehre finden Sie auf den Webseiten der Universitätsbibliothek.
  • Normen dürfen in wissenschaftlichen Arbeiten zitiert werden (formale Vorgaben für die korrekte Quellenangabe finden Sie im Zitierleitfaden der Universitätsbibliothek).
  • Wissenschaftliche Veröffentlichungen, die Normenzitate umfassen, sind rechtlich zulässig, solange sie im Rahmen eines Prüfungsverfahrens erfolgen (zum Beispiel bei der Veröffentlichung einer Dissertation im Rahmen des Promotionsverfahrens).
  • Für Veröffentlichungen, die Normenzitate umfassen und außerhalb von Prüfungsverfahren erfolgen (z.B. Fachbücher, Fachzeitschriften oder kommerzielle Veröffentlichungen), müssen unter Umständen Genehmigungen des Beuth-Verlags eingeholt werden (weitere Informationen finden Sie im Zitierleitfaden der Universitätsbibliothek).

Wie gehe ich vor, wenn ich studentische Arbeiten zitieren möchte?

Wenn Sie Inhalte aus studentischen Arbeiten in Ihrer wissenschaftlichen Veröffentlichung verwenden wollen, müssen Sie diese zitieren.  

  • Eine veröffentlichte Studien- oder Prüfungsarbeiten darf zitiert werden (Optionen für die Veröffentlichung siehe Zitierleitfaden der Universitätsbibliothek). Die TUM empfiehlt Abschlussarbeiten zu veröffentlichen, wenn wesentliche wissenschaftliche Ergebnisse erzielt wurden.
  • Beim Zitieren unveröffentlichter Studienarbeiten muss eine Genehmigung des Autors und des Betreuers eingeholt und in der zitierenden Arbeit dokumentiert werden.

Welche Möglichkeiten habe ich für die Literaturrecherche?

Über das Datenbank-Infosystem (DBIS) auf den Webseiten der Universitätsbibliothek haben Studierende und Wissenschaftler/innen an der TUM Zugriff auf eine Vielzahl von Datenbanken.  


Sie sind dafür verantwortlich, dass in Ihrem Arbeitsbereich die Zuständigkeiten für Leitung, Aufsicht, Konfliktregelung und Qualitätssicherung eindeutig zugewiesen sind und dass diese Aufgaben tatsächlich wahrgenommen werden.


Ich beschäftige wissenschaftliche Mitarbeiter/innen und studentische Hilfskräfte. Was muss ich über Auswahlverfahren, Vertragsgestaltung und Betreuung wissen?

Sie sollten bei Auswahl, Einstellung und Betreuung von Mitarbeiter/innen die Richtlinien des TUM Diversity Code of Conduct berücksichtigen. Im Code of Conduct verpflichtet sich die TUM, Vielfalt und Unterschiedlichkeit in der TUM zu fördern und zu unterstützen. Die TUM setzt sich aktiv für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, für Barrierefreiheit und Gleichstellung ein.

Regeln zum Thema "Fairplay am Arbeitsplatz" sind in einer Dienstvereinbarung festgelegt. Die entsprechende Broschüre ist im Intranet der TUM zu finden. Hier distanziert sich die TUM ausdrücklich von Diskriminierung, sexueller Belästigung, Stalking und Mobbing und gibt Empfehlungen, wie bei entsprechenden Vorkommnissen zu handeln ist.

Bei konkreten Anliegen steht der betriebspsychologische Dienst der Technischen Universität München für Beratung und Hilfe zur Verfügung.  Die Graduate Schools der TUM haben eine eigene Schiedsstelle, an die sich die Promovierenden und Einrichtungen der TUM Graduate School zur Lösung von Konflikten wenden können. Studierende können das Beratungsnetzwerk des Studentenwerks München kontaktieren, das zahlreiche Beratungsangebote bündelt.  


Ich führe Lehrveranstaltungen durch und suche Unterstützung im Bereich Didaktik. Welche Angebote gibt es an der TUM?

Die TUM bietet mit ihrem Zentralinstitut ProLehre allen Lehrenden ein vielseitiges, hochschuldidaktisches Weiterbildungsprogramm, individuelle Beratung und konkrete Unterstützung an, zum Beispiel

  • ein allgemeines Weiterbildungs- und Unterstützungsangebot für Professor/innen,
  • gezielte Unterstützung für neuberufene Professor/innen mit dem Programm New@TUM,
  • Schulung von Tutorinnen und Tutoren.

Ich möchte meine Studierenden dabei unterstützen, Studienarbeiten effektiv zu planen, richtig zu zitieren und Plagiate zu vermeiden. Gibt es in der TUM Lehr-Angebote, die ich empfehlen kann?

Die Prinzipien, denen sich die TUM im Bereich der Lehre verpflichtet, sind im "Leitbild gutes Lehren und Lernen" zu finden.

Studierende und Doktorand/innen, deren Prüfungsarbeiten Sie betreuen, müssen von Ihnen regelmäßig beraten und unterstützt werden. Es wird Betreuer/innen von Doktorarbeiten empfohlen, mit der/m jeweiligen Doktorandin/en eine Betreuungsvereinbarung abzuschließen. Jedes Graduiertenzentrum hat seine eigene Betreuungsvereinbarung, die auf der entsprechenden Internetseite zu finden ist.  

An der TUM gibt es außerdem mehrere Einrichtungen, die Schulungen und Unterstützung für Studierende und Doktorand/innen anbieten.