Entlastungsangebote für pflegende Angehörige

Diese Auflistung soll Ihnen einen Überblick geben, welche Entlastungsmöglichkeiten pflegende Angehörige in Anspruch nehmen können. Auf den Seiten des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familie und Integration erfahren Sie, welche Leistungen von den Pflegekassen übernommen werden.

Kurzzeitpflege (§ 42 SGB XI)

Kurzzeitpflege ist eine vorübergehende Pflege und Betreuung einer pflegebedürftigen Person in einer vollstationären Einrichtung für einen Zeitraum von bis zu vier Wochen je Kalenderjahr. Es handelt sich dabei um eine Leistung der Pflegeversicherung oder des Sozialhilfeträgers. Sie ermöglicht pflegenden Angehörigen eine zeitliche begrenzte Entlastung oder bereitet einen pflegebedürftigen Menschen nach dem Klinikaufenthalt auf die Rückkehr in den eigenen Haushalt vor. Kurzzeitpflegeplätze in München finden Sie beispielsweise über die Münchner Pflegebörse.

Verhinderungspflege (§ 39 SGB XI)

Die Verhinderungspflege ist im Unterschied zur Kurzzeitpflege eine häusliche (also keine stationäre) Pflege bei krankheits-, Urlaubs- oder sonstig bedingter Verhinderung der Pflegeperson. Verhinderungs- und Kurzzeitpflege können kombiniert werden. Dienstleister in Ihrer Nähe finden Sie zum Beispiel über die Münchner Pflegebörse.

Tages- oder Nachtpflege (§ 41 SGB XI)

Die Tages- oder Nachtpflege ist eine teilstationäre Pflege, bei welcher der/die Pflegebedürftige nur einen Teil des Tages (während des Tages oder während der Nacht) stationär gepflegt wird, wohingegen er in der übrigen Zeit häusliche Pflege erhält. Die Leistungsdauer der teilstationären Pflege ist nicht begrenzt. Die Pflegekassen führen Verzeichnisse der regionalen Pflegeeinrichtungen, die eine Tages- oder Nachtpflege anbieten.

Niedrigschwellige Betreuungsangebote (§ 45 c SGB XI)

Als niedrigschwellige Betreuungsangebote werden Projekte bezeichnet, die durch die soziale und die private Pflegeversicherung sowie durch Bund, Länder und Kommunen gefördert werden. Es handelt sich um Betreuungsangebote, die zwischen häuslicher Versorgung und professioneller Tagespflege stehen. Dabei betreuen ehrenamtliche Helfer/innen Pflegebedürftige mit erheblichem Bedarf an allgemeiner Beaufsichtigung und Betreuung in Gruppen oder im häuslichen Bereich, sie entlasten die pflegenden Angehörigen und unterstützen sie beratend. Damit eine bestimmte Qualität gesichert ist, müssen die ehrenamtlichen Helfer durch Fachkräfte angeleitet und unterstützt werden. Informieren Sie sich bei diesen Beratungsstellen über niedrigschwellige Betreuungsangebote in München.

Essen auf Rädern

Unter "Essen auf Rädern" versteht man die regelmäßige Lieferung fertig zubereiteter Mahlzeiten bis an die Wohnungstür oder sogar in die Wohnung des Kunden. Essen auf Rädern wird von sozialen Einrichtungen, Wohlfahrtsverbänden, Hilfsorganisationen und Privatunternehmen angeboten und ist vor allem auf die Bedürfnisse älterer oder hilfsbedürftiger Menschen zugeschnitten, die ihre Mahlzeiten nicht mehr selbstständig zubereiten können oder wollen. Dienstleister in Ihrer Nähe finden Sie beispielsweise über die Münchner Pflegebörse.

Hausnotruf

Unter "Hausnotruf" versteht man ein auf Telefontechnik basierendes System, das es alleinstehenden Menschen mit Betreuungsbedarf erleichtert, in Notfällen Hilfe zu rufen. Den Betroffenen wird dadurch ermöglicht, länger in ihrer Wohnung zu leben und dennoch die Sicherheit zu haben, notfalls nicht auf rasche Hilfe verzichten zu müssen. Auslöser des Alarms ist üblicherweise ein tragbarer Notrufsender, kann aber etwa auch ein Sensor sein, der auf Sturz reagiert. Weitere Informationen finden Sie auf dem Internetportal der Initiative Hausnotruf.

Wohnberatungsstellen

Die Wohnberatungsstellen beraten Sie darüber, welche Möglichkeiten es gibt, Ihr Haus oder Ihre Wohnung nach den Bedürfnissen des Familienangehörigen mit Pflegebedarf anzupassen. Damit entspricht die Wohnraumanpassung weitestgehend dem Wunsch nach einer selbständigen und unabhängigen Lebensführung in der bisherigen Wohnung. Wo und wie Sie diese Beratung erhalten, erfahren Sie auf der Website des Vereins Stadtteilarbeit.